25. Etappe von Narva nach Kotly

Dienstag, 21.06.2016, 12.00 – 19.00 Uhr, 65 km, 50 hm

Zunächst galt es die Grenze zu überwinden. Ich hatte dafür vorab keine Informationen gefunden da Fahrräder auf der Homepage von estonianborder.com nicht erwähnt werden.
Der Grenzübergang ist schon beeindruckend (schlechtes Foto da von weit entfernt aufgenommen).
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Ich habe mich dann erstmal vor das 3m hohe Tor gestellt dann kam aber jemand, der meinte ich solle den Fußgängerübergang benutzen.
In Narva gibt es laut Homepage 2 Grenzübergänge:
* Narva-2: Für Motorräder, Autos, LKWS und Busse; hier gelten alle Pässe
* Narva-1: Für Fußgänger die dauerhaft in Estland oder Russland leben; Übergang nur ohne Gepäck

Wie man sieht hat man Fahrradfahrer hier vergessen… Es ist aber so, dass man dann doch den Übergang für Fußgänger benutzen soll.
Zuerst kommt die Estnische Seite, da wird aber nur der Ausweis kontrolliert. Dann etwa 5 Minuten Fußmarsch über die Brücke und man ist an der russischen Grenzkontrolle. Dort wird man dann erstmal an die Seite geschickt, weil man den Ein-Ausreisezettel ausfüllen muss (was die dauerhaft in Estland oder Russland Lebenden wohl nicht müssen). Übrigens habe ich auch sehr viel Gepäck gesehen…

Auf alle Fälle war ich dann nach etwa 90 Minuten in Ivangorod, das ist gleich auf der anderen Seite. Narva/Ivangorod ist eigentlich so gesehen auch eine Doppelstadt; in Narva wird auch überwiegend russisch gesprochen.

An der nächsten Tanke wollte ich mir dann wieder eine 1,5 Liter PET Flasche kaufen weil die in meine Halterung passt. Gibts in Russland aber wohl nicht so oft, nur 1,25 Liter. Ja mei.
Ich nähere mich St. Petersburg
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Zwischen Narva und Kingisepp hat man 2 Möglichkeiten. Einerseits kann man auf dem Seitenstreifen der Schnellstraße fahren oder man benutzt die stillgelegte Straße. Ich hatte mich vorher schon für die Stillgelegte entschieden, dazu muss man aber erstmal auf dem Feldweg fahren (kein Problem)
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und dann ein Bahngleis queren. Immerhin habe ich damit schon Erfahrung. Also wieder alles zerlegt, einzeln rübergetragen und dann wieder zusammengebaut.
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Dann kommt noch dieser Hügel um auf die Straße zu kommen. Sowas geht mit meinem Gepäck übrigens nicht; ich habe dann den Korb und die 2 schwarzen Packtaschen mit der Campingausrüstung runtergenommen; dann gings.
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So, ein paar Eindrücke von der stillgelegten Straße. Mir ist ein bißchen schleierhaft warum es eine stillgelegte 4-spurige Autobahn gibt, die nicht mehr benutzt wird und stattdessen es jetzt eine 2-spurige Straße gibt. Eventuell hat das auch mit dem abgenommenen Verkehrsaufkommen aufgrund der Grenze zu tun, aber darüber kann man nur mutmaßen.
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Immerhin war sie wohl mal beleuchtet.
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Und hier kann man schön sehen, dass es gar nicht so lange dauert, bis die Natur sich alles wieder zurückholt.
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Und dann musste man noch über ein paar absichtlich angelegte Barrieren schieben, man kommt hier mit Anhänger aber gut durch.
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In Kingisepp gibts eine ganz nette Kirche mit für russische Verhältnisse wenig Gold.
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Ansonsten sind die Straßen in Ordnung; aus Kingisepp raus ging es dann ?-spurig da man die Markierungen schon länger nicht mehr nachgezogen hat.
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Eigentlich muss man in Russland nur versuchen die Autobahnkreuze zu vermeiden, die sind nämlich immer massiv ausgebaut. Daher hatte ich mir hier eine Querverbindung gesucht. Allerdings sah es jetzt nicht so aus wie in der Google Maps Streetview.

Eigentlich wollte ich nach der Querung der Bahngleise
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auf die Straße wechseln. Das ging aber so nicht mehr da die Straße jetzt in eine Brücke hochverlegt wurde bzw durch eine Lärmschutzwand abgegrenzt. Immerhin gab es hier so etwas wie einen Gehweg, der endete aber nach einer Brücke im nichts.
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Ich bin dann erstmal links rumgeirrt; der Weg wäre aber rechts gewesen. Da begann dann ein Feldweg der dann nach etwa 100 Metern zur Anschlussstelle werde. Das sieht man hier öfter, man neigt zu Bauvorleistungen. Später auf der Straße habe ich auch Anschlussstellen gesehen, die schon mal gebaut wurden, die weitere Straße dazu fehlt aber noch.
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Die nächsten 30 km bin ich dann wieder auf dem Standstreifen gefahren, der war hier ausreichend breit. Die letzten 5 km ist die Straße dann 4-spurig geworden, was so nicht vorhersehbar war; ist aber eigentlich auch mal ganz lustig hier auf dem Standstreifen zu fahren.
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Dann ging es zum Hotel, es war weit und breit das einzige zwischen Narva und St. Petersburg. Nachdem mir ein paar Kinder gezeigt haben, wo es hier zum Hotel geht, musste ich noch am Pförtner vorbei, weil das Hotel von einem Zaun mit Tor umgeben war. Ich hab ihm dann meine Reservierungsbestätigung gezeigt er hat aber immer nur nepanimju gesagt. Ich dachte mir dann, dass ich zwar weiß dass er kein Deutsch kann aber immerhin kann man hier doch den Hotelnamen, meinen Namen und den Reservierungszeitraum sehen. Meinen Ausweis habe ich im auch gezeigt, aber er konnte damit auch anscheinend nicht viel anfangen.

Irgendwann hatte er jemanden vom Hotel erreicht und dann ist mir eingefallen, dass es daran liegen könnte dass er keine lateinischen Buchstaben lesen kann. Darauf hab ich im mein Visum gezeigt (da steht mein Name auch auf kyrillisch) und er war glücklich..

Einchecken war auch lustig, natürlich konnte die Dame an der Rezeption wieder nur russisch…
Das Hotelzimmer war sehr schön (ich hab vorsichtshalber die bessere Klasse gebucht) ich habe aber keine Fotos gemacht weil verboten.
War irgendwie komisch in so einem luxuriösen Zimmer in the middle of nowhere zu sein (das Hotel war recht weit aus dem Dorf draußen).

Beim Frühstück waren dann wider erwarten ein paar Leute, vermutlich Arbeiter, die es alle sehr lustig fanden, dass ich die Frage ob ich einen Kascha möchte mit Tscho ete beantwortet habe. Die dachten sich halt, dass ess ich seit 30 Jahren zum Frühstück, wie kann man das denn nicht kennen.

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